Ich lüge nicht, ich lüge

Vor vielen Jahren, nach einem Aufenthalt in Indien, war es mir auf einmal unmöglich zu lügen. Nicht, dass ich es vorher viel getan habe. Aber eine kleine «Notlüge» habe ich schon manchmal benutzt.

Aber auch dies war dann nicht mehr möglich.

Man kann die Wahrheit sagen, ohne andere zu verletzen. Es kommt immer auf die Wortwahl und den Inhalt der Antwort an.

Zumindest den Menschen gegenüber, mit denen ich Umgang habe, hat es gut funktioniert.

Es gab nur eine Person, bei der es nicht ging. Die wichtigste Person in meinem Leben. Und, dass ich sie lange belogen habe, habe ich erst vor kurzem bemerkt. Diese Erkenntnis hat mich tief getroffen und enttäuscht.

Diese Person bin ich selbst.

Mich selbst zu belügen, war so einfach. Immerhin habe ich es schon viele Jahre eingeübt und kultiviert.

Wie jetzt damit umgehen?

Ist es möglich aufzuhören mich zu belügen?

Und dann stellt sich die Frage nach dem warum.

Aber eines nach dem anderen.

Das warum, ist relativ leicht zu beantworten. Das Aufhören sich selbst zu belügen ist schon schwerer.

Die Erkenntnis ist der erste Schritt. Bewusst Gedanken und Handlungen auf ihren Wahrheitsgehalt zu hinterfragen, ist dann der Nächste. Jetzt heisst es aufmerksam zu sein und sich selbst genauso wichtig zu nehmen wie die anderen.

Für mich ist lügen mit Respektlosigkeit, Nichtanerkennung der eigenen Verantwortung und einer gewissen Überheblichkeit verbunden. Und wer möchte sich so behandeln?

Lassen wir doch nach und nach diese Lügengebilde zusammenfallen.

Eine spannende Aufgabe liegt auf dem Weg.  

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Wer vor der Vergangenheit die Augen verschliesst, ist blind für die Zukunft

Schliessen Sie doch mal die Augen und schauen Sie. Was sehen Sie? Nichts? Oder ist hinter dem Nichts, ganz viel zu sehen? Oder vielleicht wollen Sie nichts sehen?

Wer nichts sieht, erkennt nichts und ist in seinem Dunkel gefangen. Die Dunkelheit auszuhalten und darin sich bemühen, den Vorhang zu öffnen, um zu sehen. Die Vergangenheit zu sehen. Sie ist der Ursprung der Zukunft.
Die Zukunft resultiert aus der Vergangenheit. Um sie hell und freundlich zu gestalten, muss auch der Ursprung sichtbar sein. Erst dann erkennt man, worauf man gebaut hat. Ob das Fundament den Bau «Zukunft» hält und unterstützt oder ob der Untergrund dafür, erst befestigt werden muss.

Wir haben die Möglichkeit, aus der Vergangenheit zu lernen bzw. unsere Erfahrungen zu realisieren. Zu beurteilen, was war gut, was schlecht und was kann man anders machen in Bezug auf die Zukunft.Doch dazwischen liegt noch die Gegenwart.
Jetzt, hier, haben wir die Gelegenheit uns vieles bewusst zu machen, Entscheidungen zu treffen und diese umzusetzen, damit die Zukunft tragbar, stabil und hell ist.


Wir bauen jetzt unsere sichtbare Zukunft mit offenen Augen.


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Die Stimme verloren und wiedergefunden

Es fällt nicht auf. Langsam, unbemerkt, aber stetig, wird die eigene Stimme immer leiser, bis sie irgendwann vollständig verstummt ist.

Die eigene Stimme. Die, welche aus dem Herzen, aus der Seele und der Persönlichkeit kommt. Die, die tief aus uns kommt und immer hörbar sein sollte. Ehrlich und integer.

Wie unsere Handlungen, ist sie eine unserer wichtigsten äusseren Erscheinungsbilder.

Doch gibt es Situationen, in denen diese Stimme mehr uns mehr verstummt und einem Ausdruck Platz macht, der nicht wirklich unser ist. Gekünzelt, kalkuliert, abgewogen und angepasst. Ein schleichender Prozess, den man gar nicht realisiert. Und auf einmal ist die eigene Stimme weg. Manchmal sind es auch Töne, die verschwinden. Nicht mehr gesungen werden und tief im Inneren schlummern.

Die eigene Stimme zu verlieren ist wie auf einmal zu verstummen. Ein Verstummen der eigenen Identität. Wir sind ausdruckslos. Manchmal gibt es eine Wendung, eine Begebenheit und uns wird bewusst, was wir verloren haben.

Langsam fangen wir wieder an, Töne zu bilden. Töne, die lange in uns warteten, um wieder an die Oberfläche zu kommen. Worte, Sätze, die sich vorsichtig wieder heraustrauen, um gehört zu werden. Erst ganz im pianissimo und Takt für Takt werde sie zum forte.

Die Stimme wiederfinden ist ein bisschen wie eine Wiedergeburt. Man ist wieder da auf der Bühne des Lebens. Hörbar. Als Persönlichkeit.

Wer zuhören möchte, bleibt.

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Unser Potential  

Es gibt aber noch einen anderen Versuch zur Beantwortung der Fragen nach dem Warum.

Wir bekommen nur die Schwierigkeiten und Probleme im Leben, die wir tragen und bewältigen können, mit dem Potential, welches wir in uns haben.

Auch eine Sichtweise. Eine mehr Aktive. Wir sind nicht mehr nur «Opfer».

Alles Negative was uns widerfährt, bringt uns dazu, unser Potential zu entdecken und zu entwickeln. Und unser Potential ist grösser als wir glauben.

Es ist eine nie versiegende Quelle, die uns immer wieder Kraft gibt, weiter zu machen. Mit den Schwierigkeiten fertig zu werden, nicht aufzugeben.

Unser Potential macht uns aus. Es gibt uns Kraft, formt uns und macht uns zu dem Individuum, das wir sind.

Um uns ganz zu entfalten, müssen wir unser Potential finden. Dahin zu gelangen, bedeutet Mut und Arbeit. Es schlummert und lodert tief in uns und um es zu erwecken bzw. zu entfachen, braucht es Geduld und Willen. Auch dann, wenn es brennt, müssen wir achtsam im ihm umgehen, weil wir uns leicht die Finger daran verbrennen können, wenn wir es unvorsichtig nutzen.

Unser Potential kann sehr machtvoll sein.

Halten wir uns noch einmal beide Ansatzpunkte für die Beantwortung der Fragen nach dem «warum» vor Augen.

Karma: passiv, Opferhaltung, keine Verantwortung übernehmen und vergangenheitsorientiert.

Potential: aktiv, man wird zum «Täter», übernimmt Verantwortung und ist zukunftsorientiert.

Es kann jeder selbst entscheiden, was für ihn richtig ist.

Dies in Abhängigkeit von seinen Grundwerten und Einstellungen, seinem Charakter und seinen Wertvorstellungen.

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Verantwortung übernehmen

Verantwortung zu übernehmen, heisst mutig sein.
Man ist verantwortlich für seine Handlungen, Worte und auch für seine Gedanken. Diese kann man nicht abgeben oder verneinen. Es ist leicht, die Schuld für seine Aktionen und Reaktionen, anderen anzulasten. « Du hast mich nicht mehr geliebt», « Die Anderen haben mich überfordert»….
Es gibt so viele Beispiele von so vielen Entschuldigungen, Ausreden und Beschuldigungen. Jeder hat sein eigenes Muster, um sich aus der eigenen Verantwortung zu stehlen. Aber, die Handlungen und Worte bleiben. Genauso wie die Verletzungen, die man den Beschuldigten antut.

Es gibt viele gute und schlechte Sprüche:

«Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück»

« Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu»

« Sei vorsichtig, was Du Dir wünscht, Du könntest es bekommen»

Um nur einige zu nennen. Es geht aber immer um das Gleiche.

Zu dem stehen, was man macht und sagt und, mit den Konsequenzen leben. Denn es gibt für jede Handlung Konsequenzen.  Wir kommen wieder zum Karma.

Entweder wir spüren die Reaktionen unseres Handelns noch in diesem Leben oder in der Zukunft.
Damit schliesst sich der Kreis zum Karma und der Verantwortung im Jetzt. Um das «schlechte» Karma und die Frage «Warum passiert mir so etwas» zu minimieren, -vermeiden können wir es nicht ganz, – sollten wir uns gut überlegen, wie wir handeln und sprechen.

Unsere Handlungen kommen immer auf eine Art und Weise wieder zurück. Das Gute wie auch das Schlechte. Oft auf Wegen, die wir uns nicht vorstellen können.

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Karma?   «Warum passiert mir so etwas?»

Der Ausgangspunkt war die Frage « Warum passiert mir so etwas?»

Dabei geht der Versuch eine Antwort zu finden, in unterschiedliche Richtungen. Eine mögliche Antwort ist der Hinweis auf das Karma. Das würde aber bedeuten, dass wir in irgendeinem früheren Leben, etwas getan haben, wofür wir jetzt «bestraft» werden, in dem uns etwas Schlechtes widerfährt.

Interessanterweise stellen wir immer nur die Fragen nach dem «warum», wenn es uns nicht gut geht oder uns etwas Negatives passiert. Geht es uns gut, kommen wir nicht auf die Idee nach dem «warum» zu fragen, sondern geniessen und nehmen es als selbstverständlich hin.

Kommen wir wieder zurück zum Karma.

Erst einmal kann uns keiner mit Sicherheit sagen, was in früheren Leben passiert ist, bzw. wie wir gehandelt haben. Es sind Annahmen, Einbildungen oder Informationen, die wir erhalten, ohne, dass sie verifizieren werden können.

Die Verantwortung für unsere jetzige Situation verlagern wir in die Vergangenheit. Und für dies können wir nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden.

Und das Jetzt resultiert aus der Vergangenheit. Somit haben wir unsere jetzige Lage nicht selbst gewählt bzw. kreiert, sondern sind ein «Opfer» dessen.

Wir haben keine Schuld, sondern etwas bzw. jemand anderes, und wir müssen es jetzt nur «ausbaden».

Aber so einfach ist es nicht.

Diese passive Rolle entbindet uns nicht aus unserer Verantwortung.   

Stellen wir uns nur einmal vor, jeder würde so handeln. Nur an sich und nicht an die anderen denken. Dann wäre ein Zusammenleben nicht möglich.

Unsere Gesellschaft fusst auf dem Miteinander. Auf Rücksicht und Empathie.

Auch das Karma, das gute Karma, beruht darauf.

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Anerkennung nicht durch die Macht als Beispiel, sondern durch die Macht des Beispiels

Es geht nur um ein Wort, aber dies macht den Unterschied.

Einen gravierenden Unterschied.

Über andere, kraft des Amtes, des Vermögens oder des Egos und der Überzeugung von sich zu bestimmen umso die eigene Meinung und den eigenen Willen zu vermitteln, ist nur kurzfristig erfolgreich. Der Adressat wird überfahren, unterdrückt und unwissend als Marionette, als Werkzeug benutzt.

Diese Macht Ausübung, hat nichts mit Mitbestimmung, Demokratie, Augenhöhe und Verständnis für den anderen zu tun.

Aber was ist dagegen mit der Macht des Beispiels?

Wie heisst es so schön: « Mit gutem Beispiel voran gehen».

Zeigen, dass man selbst so handelt, so lebt, wie man es propagiert. Dies ist der schwierigere Teil. Nicht nur reden, sondern handeln.

Darin zeigt sich der eigentliche Meister der Macht. Nicht «Wasser predigen und Wein trinken».

Wahre Anerkennung und Achtung erhält nur der, der auch, wenn es nicht einfach und unbequem ist, beispielhaft vorlebt, von dem er spricht und was er von anderen verlangt bzw. von was er andere überzeugen möchte.

Es gibt genügend Beispiele von Menschen, welche die Macht ausgenutzt haben und von denjenigen, die das Beispiel vorlebten.

Ersteres ist eher negativ besetzt mit Kriegstreibern, Demagogen und autoritär handelnden Personen.

Aber diejenigen, die mit ihrem Beispiel vorangingen, verbindet man eher Menschen wie Gandhi, Mandela, Martin Luther King usw.
Menschen, die jetzt noch grosse Verehrung und Anerkennung geniessen und als hervorstehendes Beispiel genannt werden.

Es ist nur ein Wort und die damit definierte Handlung, die den Unterschied macht.

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Die Falle von aussen gesehen

Doch wie ist es ausserhalb der Falle? Bekannt unbekannt.

Wir haben es zwar durch die Stäbe gesehen, aber es nicht erfahren. Und nun sind wir draussen. Gewollt oder ungewollt. Aber wir sind auf der anderen Seite. Wie zurechtfinden?

Wohin wenden? Wo sind die gewohnten Wege? Was gibt uns die vermeintliche Sicherheit? Und, wo ist der Käse?

Manchmal geht der Blick sehnsuchtsvoll zurück durch die Stäbe in den Käfig. Zurückgehen? Draussen bleiben? Das Unbekannte entdecken?

Schritt für Schritt trauen wir uns weiter und merken, dass draussen Neues auf uns wartet, entdeckt zu werden. In jeder Richtung gibt es Überraschungen. Viele gute, manchmal negative, aber neue. Wir können selbst entscheiden, wohin wir uns wenden und wie weit wir gehen wollen.

Dort sind keine Stäbe, die uns begrenzen, nur die Stäbe, die wir uns selbst setzen und diese können wir jeden Tag neu installieren, bis wir sie nicht mehr benötigen.

Am Anfang sind sie noch hilfreich, weil gewohnt, aber mit der Zeit ist alles viel spannender ohne sie. Irgendwann sind wir so mutig, dass wir den Schlüssel für die Falle in hohem Boden hineinwerfen. Dann sind wir frei, weil es kein zurück mehr gibt.

Und das Wichtigste. Überall auf unseren Entdeckungen finden wir Käse und wir können soviel davon nehmen, wie wir wollen.

Draussen ist unser eigenes Leben.

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Die Falle I

Wir sitzen in der Falle und es ist ok, weil wir diesen Ort nur zu gut kennen. Ausserhalb wäre alle neu und unbekannt. Drinnen gibt es den Käse und dort wollen wir bleiben. Auch wenn er uns das Leben kosten kann.

Irgendwann, durch irgendeinen Umstand, erkennen wir, dass wir in der Falle sitzen. Lange nicht realisiert und nicht wahrgenommen. Wie auch. Wir sitzen drinnen, der Käse ganz in unserer Nähe und wir sehen durch die Stäbe nah «draussen». Nehmen die Falle, den Käfig, gar nicht wahr. Es ist so gewohnt. Die schützenden Stäbe geben uns Sicherheit. Aber wir bemerken nicht, dass die Sicherheit nur eine Falle ist.

Ausserdem ist da noch der Käse, der uns, wenn wir vorsichtig daran knabbern, nährt. Gerade genug, um zufrieden zu sein. Aber nur nicht mehr wollen. Dann «schnappt die Falle zu» und es geht uns an den Kragen. Solange wir nicht zu viel wollen, ist alles gut.

Zumindest in dem Käfig. Draussen sieht es anders aus.

Das wissen wir. Aber was erwartet uns draussen? Wir können es durch die Stäbe sehen. Keine Begrenzung, Freiheit, keine gewohnte Umgebung und, kein Käse. Zumindest auf den ersten Blick nicht sichtbar. Wovon sollen wir leben? Was nährt uns? Wo sind die gewohnten Grenzen und Beschränkungen?

Können wir dort überleben? Ohne «Käse»? Wohin sollen wir uns wenden? Wie weit können wir gehen? Was passiert dort, wo wir den Weg nicht mehr sehen, danach….?

Drinnen ist es trotz allem schon ok. Da wissen wir, was wir haben. Und, was wir nicht haben.

Es ist nie zu spät, die Tür zu öffnen. Käse oder nicht…..

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Die Kette mit den bunten Perlen II

Alles gehört zusammen. Alles baut aufeinander auf. Es ist eine nicht endende, immer weiterführende Verbindung. Gestern ist heute ist morgen.

Schon unsere Geburt ist nicht unser Anfang. Wir sind ein bewusst – und sichtbar gewordener Teil einer unendlichen, übergeordneten Kette.

Auch wenn wir denken, mit uns beginnt etwas Neues. Auf die Unendlichkeit betrachtet, ist das eine Illusion. Die Verbindung bleibt immer bestehen. Die Kette kann nicht reissen. Wir können nur den Verschluss unserer Kette öffnen und uns mit dem Ganzen verbinden. So sind wir Teil eines nicht endenden Bandes, welches wir teilweise mitgestalten dürfen und wir haben die Verpflichtung, verantwortlich mit der Kette umzugehen.

Alles was war, nehmen wir ins Jetzt und in die Zukunft mit.

In unserem Leben sind wir der wichtigste Teil des Ganzen und wir geben die Verantwortung an die Nächsten weiter. Nur wir können unseren Teil gestalten und den Nachfolgenden die Möglichkeit geben, unseren farbigen Perlen nachzuspüren und die Kette ihrerseits weiter zu führen. Für die Nächsten zeigen unsere Farben einen Weg.

Eine schöne Vorstellung, von den Grosseltern und Eltern eine bunte Kette zu erhalten und diese weiterführen zu dürfen.

Ich sehe die imaginäre Kette meine Vorfahren vor meinem geistigen Auge.

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