Die Stimme verloren und wiedergefunden

Es fällt nicht auf. Langsam, unbemerkt, aber stetig, wird die eigene Stimme immer leiser, bis sie irgendwann vollständig verstummt ist.

Die eigene Stimme. Die, welche aus dem Herzen, aus der Seele und der Persönlichkeit kommt. Die, die tief aus uns kommt und immer hörbar sein sollte. Ehrlich und integer.

Wie unsere Handlungen, ist sie eine unserer wichtigsten äusseren Erscheinungsbilder.

Doch gibt es Situationen, in denen diese Stimme mehr uns mehr verstummt und einem Ausdruck Platz macht, der nicht wirklich unser ist. Gekünzelt, kalkuliert, abgewogen und angepasst. Ein schleichender Prozess, den man gar nicht realisiert. Und auf einmal ist die eigene Stimme weg. Manchmal sind es auch Töne, die verschwinden. Nicht mehr gesungen werden und tief im Inneren schlummern.

Die eigene Stimme zu verlieren ist wie auf einmal zu verstummen. Ein Verstummen der eigenen Identität. Wir sind ausdruckslos. Manchmal gibt es eine Wendung, eine Begebenheit und uns wird bewusst, was wir verloren haben.

Langsam fangen wir wieder an, Töne zu bilden. Töne, die lange in uns warteten, um wieder an die Oberfläche zu kommen. Worte, Sätze, die sich vorsichtig wieder heraustrauen, um gehört zu werden. Erst ganz im pianissimo und Takt für Takt werde sie zum forte.

Die Stimme wiederfinden ist ein bisschen wie eine Wiedergeburt. Man ist wieder da auf der Bühne des Lebens. Hörbar. Als Persönlichkeit.

Wer zuhören möchte, bleibt.

www.orgam.org

www.annettemueller.ch

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